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Hier brechen Lehrer auch mal durch Wände Zum Tag der offenen Tür konnten die Besucher einen kleinen Eindruck vom Unterricht in der Gesamtschule Riegelsberg gewinnen. Hier geht es gerade um das Thema "Märchen", von links: Jordan Peter, Robin Fleck, Marie Wawrowicz und Marco Cosenza.
Foto: Becker & Bredel Von SZ-Mitarbeiterin Beatrix Hoffmann, Beitrag vom: 01.12.2011
Sehr sympathisch zeigte sich die Gesamtschule Riegelsberg beim Tag der offenen Tür. Bei der Gestaltung der Räume legen die Lehrer schon Mal mit Hand an: Für die große Mathe-Werkstatt wurde eine Wand durchbrochen. Wenn Eltern ihre Kinder in der Gesamtschule Riegelsberg anmelden, fragt Schulleiter Günter Engel nach drei positiven Eigenschaften des neuen Schülers. Wem spontan nichts einfällt, dem hilft der Schulleiter auf die Sprünge mit Vorschlägen wie: "Kann Ihr Kind schnell rennen?" Jeder könne was, erläutert Engel in seinem Vortrag beim Tag der offenen Tür. Wichtig sei, dass man auch zeigen kann, was man gut kann. Lob tue gut und motiviere. Falls der innere Schweinehund dennoch einmal die Entwicklung blockieren sollte, schlüpft der Schulleiter in die Rolle des Schüler-Trainers. Günter Engel ist nämlich nicht nur Pädagoge, sondern auch ausgebildeter Familientherapeut, Supervisor, Organisationsberater. Mit 50 hat er an der TU in Kaiserslautern den Masterabschluss in Schulmanagement gemacht. "40 Führungskräfte und 500 Mitarbeiter" umfasst sein Unternehmen Schule. Methodenvielfalt gehört zum pädagogischen Prinzip. Technisch ist man auf dem neuesten Stand. Smartboards - eine Art Tafel, auf die auch mit Hilfe des Computers projiziert werden kann - haben in fast allen Klassenräumen die klassischen Tafeln abgelöst. Das gefällt nicht nur den Schülern, sondern bietet auch den Lehrern die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen. Neuntklässerin Loredana Duregger bietet Führungen durch die Gänge. "Links die Achterklassen, rechts die Fünfer", sagt sie und bewegt sich wie eine Stewardess. Die Tür der 5b steht auf. Kunsterzieherin Renate Thum-Geuer teilt eben Blätter aus, mahnt, es gehe nicht darum, wer am schnellsten fertig ist, sondern darum, dass es ordentlich aussieht. Ein paar Eltern folgen interessiert dem Demo-Unterricht. Weiter geht's zur Bibliothek und in den Computerraum. Informatiklehrer Jan Pessenlehner lässt Roboter-Fahrzeuge aus dem Lego-Baukasten über den Tisch sausen. Die Begeisterung der Schüler sei groß, denn man sehe das Ergebnis auf einen Klick. Für die große Mathewerkstatt haben die Lehrer zusammen mit dem Hausmeister eine Wand zum ehemaligen Kartenraum durchbrochen. Formen können hier zu Figuren zusammen gebaut werden. So wird Geometrie mit den Händen begriffen. Die Eltern sind von der guten Ausstattung angetan. Auch die Gestaltung der Räume gefällt ihnen. "Man sieht, dass die Kinder sich künstlerisch ausleben können, dass Themen nicht nur über den Kopf angegangen werden, dass ganzheitlich gearbeitet wird", kommentiert Tanja Kriebel. Tochter Hanna-Luisa erklärt spontan: "Es gefällt mir hier. Ich möchte in diese Schule." Ihrer Mama, selbst Lehrerin an einer anderen Schule, gefällt auch, dass es einen Klassenrat gibt, in dem Probleme und Ideen besprochen werden. Auch Silke Kalkoffen, die mit Sohn Yannis zur Besichtigung gekommen ist, hat einen guten Eindruck: "Hier sind die Kinder gut aufgehoben. Es ist übersichtlich, eher familiär, auch die Lage ist schön." Yannis will sich zum Vergleich noch andere Schulen anschauen. Seine ehemaligen Schul-Kameradinnen Pauline und Nele sind schon hier an der Gesamtschule und sagen: "Also uns gefällt der Unterricht. Die Gruppenarbeit ist schön, und die Lehrer sind auch sehr nett." Didaktikleiter Reinhold Fess, der den Tag der offenen Tür organisiert hat, meint: "Dass die Schule so sympathisch rüberkommt, liegt daran, dass alle mit ganzem Herzen dabei sind. Eltern, Lehrer, Schüler - jeder bringt sich ein."
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